Kultureller Genozid: Was unternimmt Kopenhagen?

Autor: Jan Diedrichsen, GfbV-Bundesvorsitzender

Foto: uyghur_nur, twitter

Menschenrechte haben in den letzten Jahren in der internationalen Politik massiv an Bedeutung verloren, meint der Leiter des Kopenhagener Sekretariats der deutschen Minderheit in Dänemark, Jan Diedrichsen. Das zeigt vor allem der Fall der Uiguren in China.

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Verschwindenlassen: Familien bleiben in Machtlosigkeit und Angst zurück

Bild: Dying Regime via Flickr.

Autorin: Linda Fiene, GfbV-Referentin

Das deutsche Wort Verschwindenlassen (in Englisch: „enforced disappearance“) klingt harmloser, als es ist. Gemeint ist damit jedoch eine der gravierendsten Menschenrechtsverletzungen, die es gibt. Menschen systematisch verschwinden zu lassen, ist eine politische Praxis, um Gruppen oder der ganzen Bevölkerung das Gefühl der Sicherheit zu entziehen. Familien bleiben in Ungewissheit zurück und fühlen sich hilflos. Verschwindenlassen dient auch dazu, Macht zu demonstrieren und Gegner zum Schweigen zu bringen. Deshalb findet diese Methode in allen Teilen der Welt Anwendung.

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GfbV-Mitglied Dolkun Isa spricht bei UN-Konferenz in New York über chinesische Umerziehungslager

Autor: Hanno Schedler, GfbV-Referent

Zwei Menschenrechtler in New York: Dolkun Isa wurde von unserer langjährigen Brasilien-Expertin Eliane Fernandes Ferreira unterstützt, die ebenfalls für die GfbV beim Permanenten Forum für Indigene Angelegenheiten war.

Dolkun Isa ist uigurischer Menschenrechtler, Mitglied der Gesellschaft für bedrohte Völker und Präsident des Uigurischen Weltkongresses. Er lebt seit über 20 Jahren in Deutschland. Seitdem er aus China fliehen musste, hat er seine Eltern nicht mehr sehen können. Von der chinesischen Regierung wird er seit langem als „Terrorist“ bezeichnet. Sein angebliches Verbrechen: Isa setzt sich dafür ein, dass die chinesische Regierung die muslimischen Uiguren respektiert, statt sie zu verfolgen und millionenfach in Umerziehungslager zu stecken.

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David gegen Goliath in München

Foto: World Uyghur Congress

Enver Can ist einer der Gründer des Uigurischen Weltkongresses, dem Dachverband der Exil-Uiguren. Seit Dezember 2013 protestiert er nun mit seinem Autoanhänger vor dem chinesischen Generalkonsulat in München. Die Straßenverkehrsordnung hilft ihm dabei.

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Solidarität mit den Uiguren: Ein Han-Chinese bezieht Stellung

Häufig lehnen es Hotelwirte in China ab, Zimmer an reisende Uiguren zu vermieten. Sie müssen sich regelmäßig demütigenden Kontrollen durch Sicherheitskräfte unterziehen. Yang Haipeng, Han-Chinese und Journalist aus Shanghai, zeigt jetzt in einer simplen wie aufsehenerregenden Aktion seine Solidarität mit den Uiguren: Er trägt eine „Doppa“, eine traditionelle uigurische Mütze und wird jetzt häufiger von Sicherheitskräften kontrolliert.

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Verschärfte Lage in Ostturkestan

In den vergangenen Tagen hat sich die Lage in der von Uiguren besiedelten Region Xinjang (Ostturkestan) in China weiter zugespitzt. Mindestens 33 Menschen kamen bei gewaltsamen Übergriffen ums Leben.
Doch was ist passiert? Die offiziellen Darstellungen des Geschehens in den staatlichen Medien sind widersprüchlich:
„Von den chinesischen Behörden werden immer Uiguren für die Gewalt verantwortlich gemacht“, erklärte GfbV-Asienreferent Ulrich Delius in einer Pressemitteilung der GfbV. Mal sind es Bomben, die von uigurischen Tätern abgeworfen wurden, mal sind sie mit Messern auf Passanten losgegangen oder mit einem Lastwagen gezielt in eine Menschenmenge gefahren. Manche Medien wechselten ihre Darstellungen des Geschehens innerhalb weniger Stunden. Das chinesische Regime wirft uigurischen Gruppen separatistische Bestrebungen und Terrorismus vor und behauptet, „Terroristen“ aus dem Ausland steckten dahinter. Weiterlesen „Verschärfte Lage in Ostturkestan“

Briefaktion für verschwundene Uiguren

Die Weltorganisation gegen Folter bittet um Mithilfe: Vier Uiguren wurden von chinesischen Sicherheitskräften verschleppt. Es handelt sich um Ershidin Israel, sein Bruder Shemshiden Israel, Abdusalam Nasir and Abdukerin Dihan aus der Autonomen Uigurischen Region Xinjiang (Xinjiang Uyghur Autonomous Region, XUAR). Es steht zu befürchten, dass sie gefoltert werden.

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China: Geheime Propagandakampagne aufgedeckt

„Auf allen Kanälen, von klassischen Medien über das Internet bis zum Handy, sollen politisch korrekte Fakten über Geschichte und Gegenwart verbreitet werden, etwa in Form von Filmen, Fernsehgalas oder Ratespielen.“
Hätte es 1949 schon Internet und Handys gegeben, könnte diese Aussage aus Georges Orwells düsterer Zukunftsvision „1984“ stammen. Doch es ist kein fiktiver Überwachungsstaat, in dessen Dokumenten dies verlautet wird, sondern eine ganz reale Wirtschaftsmacht – China. Weiterlesen „China: Geheime Propagandakampagne aufgedeckt“

Chinas Sicherheitsapparat schreckt nicht vor Sippenhaft zurück

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Die Biographie Liu Xiaobos

Als was ist Liu Xiaobo nicht alles beschrieben worden? Als „Bürgerrechtler und Staatsfeind“ oder als „große Hoffnung Chinas Literatur seit 1918“. Seit seinem Friedens-Nobelpreis ist er auch einem breiten Publikum in Deutschland bekannt. Nun kam im riva-Verlag Bei Lings Biografie über Liu Xiaobo auf den deutschen Markt.

Das bemerkenswerte dabei: obwohl beide Gründungsmitglieder des chinesischen PEN und lange Zeit befreundet, so haben sich die beiden streitbaren Charaktere in der Zwischenzeit sehr zerstritten. Dies prägt natürlich auch diese Biographie: Bei Ling gibt eine sehr subjektive Sicht und erzählt (wenn auch zum Glück nur am Rande) seine eigene Geschichte, seine eigene Wahrnehmung. Ob er Liu Xiaobo die große Ehre des Preises neidet? Oder ob er nur im Windschatten des Berühmteren Geld verdienen will? Zum Glück treten Bei Lings eigene Ambitionen in diesem Band zurück. Was bleibt, sind interessante Einblicke in das Leben des Friedens-Nobelpreisträgers.   Weiterlesen „Die Biographie Liu Xiaobos“