Smog in Sarajevo: Wenn das Atmen zur gesundheitlichen Gefahr wird

Autorin: Lena Röseler, Praktikantin im Referat für Genozidprävention und Schutzverantwortung

Die Meldungen über die starke Luftverschmutzung im Winter in Sarajevo werden mittlerweile zur traurigen Tradition: Trotz Warnungen der Vereinten Nationen (UN) geschieht nur wenig in Bosnien und Herzegowina, um der hohen Feinstaubbelastung entgegen zu wirken. Und das, obwohl die Lebenserwartung der Bevölkerung aufgrund der schlechten Werte bereits um 1,3 Jahre gesunken ist.

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Luegner oder Leugner

Autor: Stephan Müller, Politikwissenschaftler

Bild: Peter Handke (Wikimedia Commons)

„Wer pro-serbisch ist, stellt sich nicht auf die Seite von Massenmördern und Kriegsverbrechern und wer Jugoslawien nachtrauert, indem er sich auf die Seite von Massenmördern und Kriegsverbrechern stellt, hat Jugoslawien nicht ganz verstanden.“

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Mord an einem Kosovo-Roma

Autorin: Jasna Causevic, GfbV-Referentin für Genozidprävention & Schutzverantwortung

Foto: Dzafer Buzoli

Sebilje Begani und Gani Rama, ein Roma-Ehepaar aus dem Kosovo, hatten immer große Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder. Sie lebten als Flüchtlinge jahrelang in Göttingen und Tostedt bei Hamburg. Im Jahr 2011 wurden sie abgeschoben, obwohl der Familienvater Gani schwer krank war. Am 20.07.2019 wurde er in Priština auf offener Straße erschossen.

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Liquidierung des „Zigeunerlagers“: Gedenken mit Auftrag

Bild: Auschwitz I via Flickr.

Autor: Jan Diedrichsen, Bundesvorsitzender der GfbV; erschienen in der Tageszeitung „Der Nordschleswiger“

Rund 500.000 Sinti und Roma wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Auf Romanes heißt dieser Genozid Porajmos, was „Verschlingen“ bedeutet.

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„Als Roma-Frau kriege ich sowieso keinen Job“

SOLWODI bietet Hilfe zum Ausstieg aus der Prostitution – ein Erfahrungsbericht

Foto: rhythmuswege via pixabay [Symbolbild]

Der Artikel erschien zuerst in der Ausgabe „Wenn Seelen zerbrechen“ (3/2013) der Zeitschrift „bedrohte Völker – pogrom“.

Momentan verhandelt die Regierung über die letzten Details des neuen Prostitutionsgesetzes in Deutschland, das Anfang Juli vom Bundestag verabschiedet werden soll. Das Gesetz soll Prostitution stärker regulieren. Ein notwendiger Schritt, denn auch in Deutschland werden bisher viele Angehörige von Minderheiten, besonders auch Roma, zur Prostitution gezwungen. Für diese Roma-Frauen ist es besonders schwer, aus den Fängen der Menschenhändler zu entkommen. Die Organisation SOLWODI versucht zu helfen.

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„Das haben wir nicht verdient“: Die Angst der Roma-Flüchtlingskinder vor Abschiebung

Hunderte Roma-Kinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, sollen ins Kosovo abgeschoben werden. Doch was bedeutet das für die Flüchtlingskinder?

Der Zustrom an Flüchtlingen nach Deutschland wird für dieses Jahr auf 800.000 geschätzt. Um Platz für sie zu schaffen, sollen vor allem Roma aus dem Kosovo abgeschoben werden. Darunter Hunderte Kinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Doch was bedeutet das für die Flüchtlingskinder? Wir lassen fünf von ihnen zu Wort kommen.

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„Erste Schritte und große Versprechen“ – Ein Fazit der Roma-Dekade

Die Dekade zur Inklusion der Roma in Europa (2005–2015)

 Die Roma sind die am meisten diskriminierte Minderheit Europas. Obwohl viele Staaten sich in den letzten Jahren verstärkt mit den Belangen dieser Minderheit beschäftigt haben, klafft zwischen den Roma und der Mehrheitsbevölkerung in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens eine große Lücke, Anspruch und Wirklichkeit der Politik fallen auseinander. Weiterlesen „„Erste Schritte und große Versprechen“ – Ein Fazit der Roma-Dekade“

Euromaidan-Wache Berlin – Die GfbV unterstützt ukrainische Aktivisten

Text: Sarah Reinke

„Die Leute fragen nach unserer persönlichen Geschichte. Sie wollen wissen, woher wir kommen, wieso wir jetzt in Berlin leben und was wir aus der Ukraine hören“, berichtet eine Aktivistin der Euromaidan-Wache Berlin bei einem Treffen im Berliner GfbV Büro.

Seit zehn Tagen ist die Wache zwischen 10 und 18 Uhr besetzt. Sie soll eine alternative Botschaft sein in unmittelbarer Nähe der offiziellen ukrainischen Botschaft in der Albrechtstraße sein. Ein wichtiges Anliegen der Gruppe von Ukrainerinnen und Ukrainern, die in Berlin leben, ist es, mit der deutschen Öffentlichkeit, mit Privatpersonen, Journalisten und Politikern ins Gespräch darüber zu kommen, was tatsächlich in der Ukraine passiert. Auch wollen sie natürlich Handlungsoptionen vorschlagen, Forderungen an die Politik stellen.

Sie analysieren Texte und Berichte aus der Ukraine. Sie sind dort mit ihren Verwandten und Freunden, mit Aktivisten auf dem Kiewer Maidan-Platz aber auch in den Regionen vernetzt. Hier in Berlin haben sie sich in Arbeitsgruppen organisiert, die die unterschiedlichen Aufgaben übernehmen. Es gibt Ansprechpartner für deutsche Journalisten, eine Arbeitsgruppe, die sich für die Menschenrechte in der Ukraine einsetzt und eine weitere, die Nachrichten und Blogbeiträge für den Blog verfasst.

Wichtig ist es auch, die Hilfsbereitschaft der Ukrainer aber auch der Deutschen, für die Aktivisten in der Ukraine zu bündeln und in eine sinnvolle Richtung zu leiten. „Meine Schwester ist Apothekerin, sie weiß genau, was die Menschen brauchen.  In den Zelten auf dem Maidan gibt es viele Kranke. Sie haben Fieber. Wir haben Angst, dass viele eine Lungenentzündung bekommen könnten, sie brauchen Antibiotikum“, berichtet Olga Schuhmann bei dem Treffen. „Jeden Tag aber ändert sich der Bedarf. An einem Tag werden Spritzen geliefert, dann brauchen sie am anderen Tag wieder etwas anderes“, weiß Marina Schubarth, die Leiterin des DokumentarfilmtheatersBerlin, die gerade von einer Reise auf nach Kiew zurückgekehrt ist und die Hilfe hier in Berlin koordiniert.

Mit Aktionen, wie zum Beispiel einem Filmabend im Rahmen der Berlinale, machen die Ukrainer auf die Situation in ihrem Land aufmerksam und sprechen eine breite interessierte Öffentlichkeit an. Die Euromaidan Wache hat sich in kurzer Zeit zu einem wichtigen Informationspunkt entwickelt, von dem aus verschiedenste Aktivitäten  entstehen. Einige Ziele der Gruppe sind schon erreicht: Sie werden wahrgenommen, von Journalisten angesprochen, Spenden gehen ein. 

Reisen zu den Roma (Buchbesprechung) & Basta Mafia (CD von Zdob si Zdub)

„What city what country is this stage I am on?“ Eine immer wieder gestellte Frage unter Sinti und Roma. Diese Frage stellt Roman Iagupow in seinem Lied „Gypsy Life“ aus dem neuen Album „Basta Mafia“ von Zdob si Zdob. Diese eigentlich moldavische Band schafft es mit ihrer crossover-Musik und experimentellen Ansätzen der klassischen Roma-Musik neue Impulse zu geben. So ist Zdob si Zdob (ein wahrhaft schwierig auszusprechender Zungenbrecher!) mehr als nur eine Folk-Band, sondern bedienen auch Ska, Elektro oder Hard Rock. Mit ihrem leicht exzentrischen Auftreten zeigen die Musiker, welche Grenzgägner sie sind. Weiterlesen „Reisen zu den Roma (Buchbesprechung) & Basta Mafia (CD von Zdob si Zdub)“

Die Minderheiten Sinti und Roma im europäischen Fußball (Programmhinweis)

Über unsere Kollegen des österreichischen dRoma-Blogs kamen immer wieder wichtige und interessante Hinweise zum Leiden der Roma in Osteuropa. Da nun nächstes Jahr in Polen und Ukraine die Fußball-Europameisterschaft stattfindet, denk ich, ist folgender Artikel besonders interessant:

„Sinti und Roma werden seit Jahrhunderten ausgegrenzt, in Osteuropa sind sie oft in Lebensgefahr. Über keine anderen Minderheiten weiß die Bevölkerung so wenig und glaubt so viel Negatives zu kennen. Auch im Fußball wird Antiziganismus, die rassistische Ablehnung von Sinti und Roma, weitgehend toleriert. „Zick, zack, Zigeunerpack“ gehört für viele Fans zum festen Sprachgebrauch. In Ungarn zum Beispiel hat sich in den vergangenen 20 Jahren nur ein Spieler zu seinen Roma-Wurzeln bekannt: István Pisont. “ Lies hier den vollständigen Artikel