Tourismus – Gefahr für Grönland?

Autorin: Sarah Brandmeier, Praktikantin im Indigenen Referat

Bild: Kai Voet van Vormizeele auf flickr; Ilulissar, Grönland 2018

Grönland hofft durch mehr Tourismus auf mehr Wohlstand und Unabhängigkeit von Dänemark. Doch der wachsende Wirtschaftszweig birgt nicht nur Vorteile für die Indigenen.

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Die Arktis schmilzt – der Kampf um die Rohstoffe beginnt

Autorin: Tilia Götze, Praktikantin im Fachreferat für Indigene Völker

Christopher Michel via: Flickr

Das einst ewige Eis der Arktis schmilzt immer schneller und die großen Industrienationen – darunter Deutschland – machen sich bereit zur Erschließung der Rohstoffe. Für die indigene Bevölkerung besteht hierbei die Gefahr der Zerstörung ihrer traditionellen Kulturen und der Missachtung ihrer Rechte. Auch die Auswirkungen der Eisschmelze auf die Klimakrise gehen durch die Wirtschaftsinteressen der Staaten im Diskurs unter.

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Eiszeit in Finnland

Die indigene Gemeinschaft der Sami fühlt sich von der finnischen Regierung nicht ernst genommen.

Foto: MicheleVacchiano via iStock

Die indigene Gemeinschaft der Sami in Finnland ist frustriert. Denn auch wenn es ihnen besser geht als vielen anderen indigenen Gruppen weltweit, ist ihre Situation alles andere als perfekt. Wirtschaftliches Interesse bedroht die Weideflächen ihrer Rentiere – und damit ihre Existenzgrundlage -, ihre Rechte als ethnische Minderheit werden von der finnischen Regierung nicht ernstgenommen und Kleinunternehmen schlagen Profit aus Produkten, die sie in einem schlechten Licht darstellen.

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„Wir kämpfen gegen den Klimawandel. Wir kämpfen für die ganze Welt!“

Indigene Umweltschützer fordern Climate Justice beim UN-Klimagipfel

Foto: Breno Machado via unsplash

Indigene Völker sind die Ersten, die die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen. Ob sie in der Arktis leben oder in den heißen Gebieten Afrikas, ob auf einer Pazifikinsel, im Regenwald Südamerikas oder im hohen Norden Schwedens. Sie alle fühlen die Klimaveränderungen. Indigene Umweltschützer aus aller Welt haben deswegen Hilferufe ihrer Gemeinschaften zum UN-Klimagipfel nach Paris gebracht.

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Umea – Kulturhauptstadt Europas 2014 – Samische Kultur und Lebensweise in Gefahr

Umea in Nordschweden ist seit dem 1.1.2014 Kulturhauptstadt Europas. Die Stadt wirbt damit, das „Fenster zur Sami-Kultur“ zu sein. So orientieren sich die Veranstalter von Konzerten, Ausstellungen und Events in Umea am samischen Kalender, der nicht vier, sondern acht Jahreszeiten umfasst. Außerdem sollen aus dem Gesamtbudget von 410 Millionen schwedischen Kronen (etwa 46 Millionen Euro) 50 Millionen (etwa 5,6 Millionen Euro) für Veranstaltungen rund um die samische Kultur ausgegeben werden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt davor, dass die schwedische Urbevölkerung zu touristischen Zwecken ausgenutzt werden könnte – samische Kultur und samische Lebensweise sind mehr als Folklore! Um die Samen in Schweden zu schützen, müsse viel getan werden. Im vergangenen Jahr hat die Gefährdung der Samen durch brutalen Raubbau von Eisenerz und anderen Bodenschätzen international zu Protesten geführt. Darüber darf die Kulturhauptstadt Europas keinen Mantel des Schweigens hängen! Weiterlesen „Umea – Kulturhauptstadt Europas 2014 – Samische Kultur und Lebensweise in Gefahr“

UN: Minenarbeiten in Schweden stoppen!

Zum ersten Mal überhaupt ruft das UN Komitee zur Abschaffung der rassischen Diskriminierung eine Regierung dazu auf, alle Aktivitäten um eine Nickelmine zu stoppen. Es geht um die Mine in Rönnebäcken, südlich von Tärnaby in der Region Västerbotten. Gegen die Arbeit dort hatte sich massiver Protest gerade auch der samischen Rentierzüchter vor Ort geregt. Auch die GfbV unterstützte die Samen durch Briefe und Presseerklärungen. Das UN Komitee möchte eine Untersuchung der Folgen des Nickelabbaus in Rönnebäcken durchführen. Bis deren Ergebnisse da sind, müssen alle Arbeiten ruhen, so die UN. Dies ist ein großer Erfolg für die Samen und viele Schweden und internationale Aktivisten, die sich auch gegen die Mine engagiert hatten!

Stellungnahme indigener Völker der Arktis zum Außenministertreffen der Staaten des Arktisrates am 15. Mai 2013

Die nachfolgende Erklärung wurde am 13. Mai 2013 veröffentlicht und ist im englischen Wortlaut auf der Internetseite von Greenpeace nachzulesen. Die indigenen Völker der Arktisanrainerstaaten warnen darin nachdrücklich vor den Gefahren einer industriellen Erschließung und der Ölförderung in der Arktis für die Umwelt und kündigen ihren Widerstand gegen die Gefährdung ihrer Lebensgrundlage an. Ihre Erklärung wurde inzwischen von mehr als 40 indigenen Organisationen und Personen unterzeichnet.

http://www.greenpeace.org/international/Global/international/publications/polar/2013/IndigenousSolidarityStatement.pdf

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Veranstaltungshinweis: Zeitbombe Atomenergie – Atomausstieg jetzt!

Das Berliner Büro der Gesellschaft für bedrohte Völker möchte auf eine interessante Veranstaltung aufmerksam machen:

25 Jahre Tschernobyl

Zeitbombe Atomenergie – Atomausstieg jetzt!

Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriege/ Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) lädt vom 08. – 10. April 2011 zu einem internationalen Kongress in die Urania Berlin, An der Urania 17, 10787 Berlin-Schöneberg ein:

„25 Jahre nach Tschernobyl und im Lichte der Atomkatastrophe in Japan werden in unserem Land gegen den erklärten Willen der Bevölkerung die Laufzeiten für Atomkraftwerke verlängert. In Europa werden neue Atomkraftwerke geplant und gebaut. Die Atomindustrie macht sich die Politik untertan. Die Mär von der „sauberen“ Atomenergie als Klimaretter und „Brückentechnologie“ macht die Runde. Desinformation ersetzt verantwortliche Politik. Die Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren Energien droht ins Stocken zu geraten. Der Kongress informiert über die Folgen von Tschernobyl, will Lösungen bieten für eine Welt frei von atomarer Bedrohung und analysiert das Gefahrenpotential der nuklearen Kette.“

Der Kongress beschäftigt sich u.a. mit den Gefahren des Uranabbaus. Die Gesellschaft für bedrohte Völker weist seit Jahren darauf hin, dass insbesondere indigene Völker von den Folgen des Uranabbaus betroffen sind. Mehr als 70 Prozent der weltweiten Uranvorkommen befindet sich in Regionen, in denen Ureinwohner beheimatet sind. Betroffen sind etwa Adivasi in Indien, Tuareg in Niger, Aborigines in Australien, Lakota-Indianer in den USA, Cree-Indianer in Kanada, Sami in Schweden, Tibeter, Mongolen und Uiguren in China. Sie leiden unter gesundheitliche Schäden und der Zerstörung ihrer Umwelt durch radioaktive Verstrahlung. Weiterlesen „Veranstaltungshinweis: Zeitbombe Atomenergie – Atomausstieg jetzt!“

Hörenswerte Sendung zum Uranabbau im Niger von Bettina Rühl

Ausgerechnet Ureinwohnergemeinschaften in den entferntesten Regionen der Welt verlieren ihr angestammtes Land, um auch unsere Energieversorgung – hier in Deutschland – sicherzustellen. Auf allen Kontinenten liegen Uranminen und Atommülldeponien oft auf dem Gebiet indigener Völker: Die Havasupai- und Lakota-Indianer in den USA leiden darunter genauso wie die Inuit in Kanada, die Aborigines in Australien, Sami in Schweden, Tuareg in Niger, Tibeter, Uiguren und Mongolen in China, Papua in Westpapua/Indonesien und indigene Völker in Vietnam.

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Indien: Bergbauunternehmen Vedanta bleibt stur

Nachdem am 5. Februar die Church of England ankündigte, ihre Aktienanteile am britischen Bergbauunternehmen Vedanta aus ethischen Gründen zu verkaufen, tat es ihr am 18. Februar der Joseph Rowntree Charitable Trust gleich. Vedanta würde die Menschenrechte nur unzureichend achten.

Vedanta versucht bereits seit 2003 am Niyamgiri-Berg eine Mine zum Abbau von Bauxit, ein Rohstoff zur Aluminiumherstellung, zu errichten. Der Niyamgiri wird von den dort lebenden ca. 8000 Angehörigen des indigenen Volkes der Dongria Kondh als heilige Gottheit verehrt und geschützt. Das einzigartige Ökosystem samt der beheimaten seltenen Tierarten an den Hängen des Berges würde zerstört werden und die Adivasi von ihrem angestammten Land vertrieben werden. Weiterlesen „Indien: Bergbauunternehmen Vedanta bleibt stur“