Von Kopenhagen über Luxemburg nach Barcelona: Katalanisches Wechselbad der Gefühle

Autor: Jan Diedrischen, GfbV-Bundesvorsitzender

Alfred Bosch (Mitte) Bild: Marc Puig i Perez

Alfred Bosch, der für auswärtige Angelegenheiten zuständige Minister der katalanischen Regionalregierung, erlebte am 18. Dezember während seines Besuchs in Kopenhagen ein Wechselbad der Gefühle. Im Gegensatz zu der katalanischen Delegation, die kurz zuvor in Berlin zu Gast war, gelang in der dänischen Hauptstadt unter anderem ein Gespräch mit dem Außenpolitischen Ausschuss des Folketings und auf Betreiben der Abgeordnete musste sich der zuständige dänische Minister äußern: Außenminister Jeppe Kofod (Sozialdemokrat) hatte drei Punkte in seinem Redemanuskript dabei, die er immer wieder in Variationen wiederholte: Spanien ist ein Rechtsstaat, das Unabhängigkeitsreferendum der Katalanen war verfassungswidrig, die grundlegenden Menschenrechte in Spanien sind gewährleistet.

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Kultureller Genozid: Was unternimmt Kopenhagen?

Autor: Jan Diedrichsen, GfbV-Bundesvorsitzender

Foto: uyghur_nur, twitter

Menschenrechte haben in den letzten Jahren in der internationalen Politik massiv an Bedeutung verloren, meint der Leiter des Kopenhagener Sekretariats der deutschen Minderheit in Dänemark, Jan Diedrichsen. Das zeigt vor allem der Fall der Uiguren in China.

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Luegner oder Leugner

Autor: Stephan Müller, Politikwissenschaftler

Bild: Peter Handke (Wikimedia Commons)

„Wer pro-serbisch ist, stellt sich nicht auf die Seite von Massenmördern und Kriegsverbrechern und wer Jugoslawien nachtrauert, indem er sich auf die Seite von Massenmördern und Kriegsverbrechern stellt, hat Jugoslawien nicht ganz verstanden.“

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Endlich frei: Oleg Senzow mit seiner Familie vereint

Bild: Antonymon (CC BY-SA 4.0) via Wikimedia

Autor: Jan Diedrichsen, Bundesvorsitzender der GfbV

Kiew und Moskau haben am Wochenende 70 Gefangene ausgetauscht. Unter den Freigelassenen ist auch der ukrainischer Filmregisseur Oleg Senzow. Der 43-jährige Aktivist wurde in Simferopol geboren und hat fast sein ganzes Leben auf der Krim verbracht.

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Warum will Trump Grönland kaufen?

Bild: Rita Willaert via Flickr.

Autor: Jan Diedrichsen, Bundesvorsitzender der GfbV

Ganz Grönland und Dänemark reiben sich heute morgen die Augen: Der amerikanische Präsidenten Donald Trump hat auf Twitter seinen Staatsbesuch in Kopenhagen, der in zwei Wochen stattfinden sollte, kurzerhand abgesagt. Der Hintergrund: Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen (Soz.) hatte das „Angebot“ des Präsidenten abgelehnt, über den Verkauf der weltweit größten Insel, Grönland, zu verhandeln. Mit dem Verweis, Grönland gehöre nicht Dänemark, sondern den Grönländern. Trump as always: Nach beleidigt, folgte die Absage des Besuchs. Die Königin und die erst kürzlich gewählte neue Regierungschefin in Dänemark haben nun unverhofft einen Tag ohne Termine im Kalender.

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Liquidierung des „Zigeunerlagers“: Gedenken mit Auftrag

Bild: Auschwitz I via Flickr.

Autor: Jan Diedrichsen, Bundesvorsitzender der GfbV; erschienen in der Tageszeitung „Der Nordschleswiger“

Rund 500.000 Sinti und Roma wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Auf Romanes heißt dieser Genozid Porajmos, was „Verschlingen“ bedeutet.

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Die Minderheiten Europas wollen endlich Taten sehen

Roman Roblek (Referent der FUEN), Judit Šołćina (Leiterin des Minderheitensekretariats der Minderheiten in Deutschland in Berlin), Melek Kırmacı Arık (Türkische Minderheit in Griechenland), Jan Diedrichsen (GfbV)

Autor: Jan Diedrichsen

Die Minderheiten in West-Europa schlossen sich vor 70 Jahren in einem europäischen Dachverband zusammen: Die FUEN wurde 1949 in Versailles gegründete. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges wuchs der Verein und hat mittlerweile über 100 Organisationen als Mitglieder, in 32 europäischen Ländern. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) war zum Jubiläumskongress des Dachverbandes der autochthonen Minderheiten und Sprachgruppen eingeladen.

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„Frischer Schnee ist schwarz im Land der Schoren“

Was verbindet das Rheinland mit Südsibirien?

Bild: Tjan Zaotschnaja, Vladislav Tannagaschev und Dimitri Berezhkov demonstrieren bei der RWE-Jahreshauptversammlung 2016 gegen die Kohleimporte von RWE aus Südsibirien. Dort werden für den Kohleabbau indigene Gemeinschaften vertrieben.

Über 6.000 Kilometer liegen zwischen dem Rheinland und der Region Kuzbass in Südsibirien. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten: In beide Regionen wird Kohle im Tagebau gefördert. Der Essener Energiekonzern RWE fördert Braunkohle in Deutschland und importiert Steinkohle aus Südsibirien. Gegen beides wächst der Widerstand.

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Ausgeliefert – Notizen zu einer Verhaftung

Es ist der Moment, in dem wir in unserer Menschenrechtsarbeit die Abgründe sehen.

Foto: woodstock via iStock [Symbolbild]

Es ist ein Anruf, eine Nachricht, ein persönlicher Kontakt. Es ist eine Verhaftung, ein Verschwundensein, ein Nichtwissen. Es ist der Moment, in dem wir in unserer Menschenrechtsarbeit die Abgründe sehen. Und in dem wir versuchen, alles in Bewegung zu setzen, was wir in Bewegung setzen können. Sarah Reinke, die langjährig bei uns als GUS-Referentin gearbeitet hat, beschreibt genau so einen Fall.

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Doğan Akhanlı: „Ich habe nicht geschwiegen und das hat den türkischen Staat geärgert“

Der Schriftsteller und Menschenrechtsaktivist Doğan Akhanlı im Gespräch

Foto: Manfred Wegener (zugeschnitten)

Am Samstagmorgen wurde der deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli, der sich für die Anerkennung des Völkermords an den Armeniern einsetzt, im spanischen Granada festgenommen. Die Türkei hat ihn mit einem Haftbefehl über Interpol suchen lassen. Es ist nicht die erste Festnahme des Schriftstellers. 1985 saß er bereits zwei Jahre im Gefängnis. 1991 floh er nach Deutschland ins Exil, nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an. Dann wurde er 2010 bei der Einreise in die Türkei wieder verhaftet. Ein Urteil steht bis heute aus. Doch er lässt sich nicht einschüchtern. Michaela Böttcher interviewte ihn für die Ausgabe !100 Jahre Völkermord – 100 Jahre Leugnen“ (6/2014) der GfbV-Zeitschrift „bedrohte Völker – pogrom“. Aus aktuellem Anlass stellen wir den Artikel jetzt kostenlos auf unserem Blog zur Verfügung.

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