Brasilien: Ein Land befindet sich im religiösen Wandel

Autorin: Özge Özden, Praktikantin im Referat für Indigene Völker

Bild: Steve Martinez via Flickr.

Erneut sorgt Brasiliens Staatspräsident Jair Messias Bolsonaro für Schlagzeilen weltweit: Er ernannte vor kurzem den Anthropologen und evangelikalen Missionar Ricardo Lopes Dias zum neuen Leiter für den Bereich „Unkontaktierte Völker“ in der Indigenen-Behörde Funai. Demzufolge sollen über 100 freiwillig abschieden lebende indigene Völker Brasiliens unter seinem Schutz stehen. Dias arbeitete von 1997 bis 2007 für die „New Tribes Mission“.

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Zunehmend radikaler Protest und sichtbarer Rassismus in Bolivien – der Andenstaat nach Morales‘ Rücktritt

Autorin: Regina Sonk, Referentin für Indigene Völker

Bild: Schockierende Worte auf den Straßen von Bolivien
“Es lebe Bolivien frei von Indios“

Es sind Bilder voller Gewalt an Demonstrierenden: Nach Ecuador und Chile jetzt auch in Bolivien. Überraschend war Boliviens Präsident Evo Morales am 11. November zurückgetreten und befand sich einen Tag später schon im politischen Exil in Mexiko. Viele seiner politischen Mitstreiter*innen folgten ihm. Von einem Militärputsch sprechen inzwischen nicht nur Morales-Anhänger. Diese Annahmen in den sozialen Medien finden sich nun auch in Medienaussagen wider. Demnach war der fingierte Wahlbetrug Aufhänger für die Opposition. Polizei und Militär stellten sich öffentlich gegen den Präsidenten und wecken so Erinnerungen an zahlreiche vergangene Militärputsche Südamerikas.

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Der Amazonas brennt – Indigene weiterhin in Gefahr!

Autor: Jonas Stünkel

Bild: Percursodacultura via Flickr

Der Regenwald steht in Flammen – dies ist ein jährlich wiederkehrendes natürliches Ereignis, doch dieses Jahr ist ein ganz besonderes mediales Interesse auf den brennenden Regenwald gerichtet, denn trotz zunehmender Klimaschutzmaßnahmen weltweit brennt dieses Jahr viel mehr Wald als in den Jahren zuvor. Was hat das für Folgen, wie kommt es überhaupt dazu und wer steht in der Verantwortung?

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Das Recht in Frieden zu leben

Autor: Fabian Brüning, ehem. Praktikant der GfbV, lebt derzeit in Chile

Foto: Guillermo Nuñey Herrera 2019

„El derecho de vivir en paz“ – „Das Recht in Frieden zu leben“. Der Song des während der Militärdiktatur ermordeten Victor Jara avanciert zur Hymne der sozialen Bewegung in Chile. Vorbeifahrende Autos und Orchester auf der Straße spielen ihn. Zu Beginn der Ausgangssperre beschallte er aus Lautsprechern die leergefegten Straßen. Bei den Protesten in Chile organisiert sich die Bevölkerung neu. Zugleich  kommt es weiter zu Plünderungen und Zerstörungen öffentlichen und privaten Eigentums, aber auch Menschenrechtsverletzungen werden tagtäglich durch Polizei und Militärs begangen. Am 28. Oktober soll die Armee endlich von den Straßen abgezogen werden. Eine überforderte Regierung versucht, erste Annäherungen an die Anliegen der Bevölkerung, aber das Vertrauen ist längst beschädigt, die Vorschläge gehen nicht weit genug. Der Wunsch nach einer neuen Verfassung wird lauter. Diese könnte auch die Rechte der indigenen Bevölkerung stärken. Ein Bericht über ein Land, das aufgewacht ist.

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„Wir sind im Krieg gegen einen sehr mächtigen Feind“

Autor: Fabian Brüning, ehem. Praktikant der GfbV, lebt derzeit in Chile

Um ihre Unzufriedenheit auszudrücken, werden bei den Cacerolazos als Protestform lautstark auf Haushaltsgegenstände geklopft. Foto: RL GNZLZ (CC-BY-SA 2.0)

In einem Interview im Fernsehen vom 8. Oktober bezeichnete Sebastián Piñera, amtierender Präsident Chiles, sein Land „als wahre Oase mit einer stabilen Demokratie inmitten eines erschütterten Lateinamerikas“.[1] Nicht einmal zwei Wochen später spricht er von einem „Krieg gegen einen sehr mächtigen Feind“ angesichts der seit letzter Woche Montag andauernden Proteste. Was ist passiert in dieser südamerikanischen „Oase“ und was steckt hinter den Protesten? Ein Bericht über ein Land im Umbruch:

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Chotas Traum

Zum World Humanitarian Day erinnern wir an Edwin Chota, der sein Leben geopfert hat für die Anerkennung der Landrechte seiner Asháninka-Gemeinde in Peru.

Foto: Tomás Muñita/International Rivers/Flickr

2009 haben die Vereinten Nationen zum ersten Mal den World Humanitarian Day eingeführt. Seitdem wird jedes Jahr am 19. August den Menschen gedacht, die ihr Leben dafür nutzen, sich für andere einzusetzen. So wie Edwin Chota, der sein Leben geopfert hat für die Anerkennung der Landrechte seiner Asháninka-Gemeinde in Peru.

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Der lange Arm der chilenischen Carabiñeros reicht bis nach Belgien

Am 10. Juni 2015 wurde Michelle Bachelet, Präsidentin von Chile, der Ehrendoktortitel der Universität von Leuven in Belgien verliehen. Doch sie hatte die Rechnung ohne mutige Frauen der indigenen Mapuche gemacht, die sich von Drohungen der Polizei nicht entmutigen ließen.

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Ecuador: Wo es Erdöl gibt, gibt es keine Menschenrechte

Im Osten von Ecuador liegt ein Paradies, dass die ecuadorianische Regierung zerstören will: Das Amazonasgebiet soll nach und nach für Ölförderungen freigegeben werden.

Foto: Flickr/Sara y Tzunki (Cecilia e Francesco)

Im Osten von Ecuador liegt ein Paradies, dass die ecuadorianische Regierung zerstören will: Das Amazonasgebiet soll nach und nach für Ölförderungen freigegeben werden. Diesmal trifft es voraussichtlich Campo Armadillo, auch als Block 55 bekannt. In dem Gebiet, das im Waorani-Territorium liegt, befinden sich unter anderem auch Indigene der Tagaeri-Taromenane, die freiwillig in Abgeschiedenheit leben. Ihre Existenz ist gefährdet. Eduardo Pichilingue von der Nichtregierungsorganisation CDES aus Ecuador hat auf Spanisch einen Aufruf gestartet, um Campo Armadillo zu retten. Christina Korak, Menschenrechtsaktivistin aus Graz, hat ihn übersetzt.

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Mord und Straflosigkeit: Der gefährliche Alltag der Guaraní-Kaiowá in Brasilien

Brasilien. Das Land des Fußballs und bald auch der Olympischen Spiele. Doch neben dem Sport gibt es in Brasilien eine Schattenseite, die vor allem die indigenen Gemeinschaften ertragen müssen. So auch die Guaraní-Kaiowá, die für ihr Recht auf Land kämpfen und dabei tagtäglich ihr Leben riskieren. Antonio ist einer von ihnen.

Foto: Ninja Midia/Flickr

Brasilien. Das Land des Fußballs und bald auch der Olympischen Spiele. Doch neben dem Sport gibt es in Brasilien eine Schattenseite, die vor allem die indigenen Gemeinschaften ertragen müssen. So auch die Guaraní-Kaiowá, die für ihr Recht auf Land kämpfen und dabei tagtäglich ihr Leben riskieren. Antonio ist einer von ihnen.

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Einsatz für die Menschenrechte: Ein Interview mit der GfbV-Koordinatorin für Guatemala

Foto: Guatemala Human Rights Comission (GHRC)

Stephanie Brause ist ehrenamtliche Koordinatorin für Guatemala bei der Gesellschaft für bedrohte Völker. Warum sie ausgerechnet Guatemala als Einsatzland gewählt hat und wie ihre Arbeit so aussieht, erzählt sie in diesem Interview.

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