„Ich wurde als Sklave geboren“

Autor: Jakob Faust, GfbV-Praktikant

Bild: Evgeni Zotov

Brahim Ramdhane wurde 1966 als Sklave geboren. Die Religion schreibt vor, wen Gott als Sklav*in geschaffen hat – und wen als Meister*in. Wie befreit man sich von solchen Ketten? Ketten, die laut Ramdhane nicht an Händen und Füßen befestigt sind, sondern im Kopf. In der Art zu denken. Wer nie etwas Anderes gekannt hat, der kann sich auch nichts Anderes vorstellen, der kann sich auch nicht selbst befreien. Ramdhanes Glück: Mit sechs Jahren besuchte er durch Zufall die Schule – diese Erfahrung half ihm, die Ketten zu brechen. Damit begann ein lebenslanger Kampf gegen die Herrschaftsverhältnisse in Mauretanien.

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Südsudan: Eine (Un-)Möglichkeit des Friedens?

Autor: Lasse Meyerink, Praktikant bei der politischen Leitung der GfbV

Bild: UN Photo/JC McIlwaine; als Titelbild

Der 12. November 2019 stellt ein Datum besonderer Bedeutung für den Südsudan dar: An diesem Tag endet die Frist zur Bildung einer nationalen Übergangsregierung, um nach jahrelangem Bürgerkrieg schließlich Frieden im Land einkehren lassen zu können. Trotz Annäherungen der Konfliktparteien erscheint eine Einigung jedoch noch in weiter Ferne. Wie auch immer sich die Lage im Land entwickeln mag – eins steht fest: die Dimensionen des Leides der südsudanesischen Zivilbevölkerung sind kaum noch zu übertreffen.   

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Online-Autoritarismus: beliebtes Druckmittel unter totalitären Machthabern?

Bild: Dominic Hartnett (CC BY-NC-ND 2.0) via Flickr

Autorin: Melissa Kaatz

Allein im Jahr 2018 kam es zu rund 200 Internet-Sperrungen in über 20 Ländern durch diktatorische Regime. Sie dienen als Mittel zur Machterhaltung und -kontrolle.

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Das Gedenken der Herero in Namibia im Lichte internationaler Verhandlungen

Bild: Victor Paereli via Flickr.

Autorin: Antonia März

Tausende Menschen werden sich zum jährlichen Herero Day in Namibia versammeln, der am 25. August beginnt. In Okahandja, wo sich die Gräber der Hereroanführer befinden, gedenken sie ihrer Ahnen und erhalten die Erinnerung an die Kriegsjahre aufrecht.

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Wenn die Hautfarbe zum Verhängnis wird – Albinismus in Tansania

Misstrauen und Argwohn wohin du auch gehst, flüstern sobald du dich wegdrehst. Ein Leben mit Angst, Schrecken und Selbstzweifel. Für Menschen mit Albinismus ist das in Tansania der Alltag, denn sie gelten als Aussätzige, als sonderbar und verwunschen. Deshalb werden sie diskriminiert, gejagt und getötet. Doch es gibt Hoffnung.

Foto: angs school/Gustavo Lacerda (zugeschnitten)

Misstrauen und Argwohn wohin du auch gehst, flüstern sobald du dich wegdrehst. Ein Leben mit Angst, Schrecken und Selbstzweifel. Für Menschen mit Albinismus ist das in Tansania der Alltag, denn sie gelten als Aussätzige, als sonderbar und verwunschen. Deshalb werden sie diskriminiert, gejagt und getötet. Doch es gibt Hoffnung.

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Äthopien: Ein falscher Link – und schon droht die Todesstrafe!

Wer möchte seinen Computer nicht gegen Bespitzelung und Überwachung sichern? Ganz besonders dann, wenn du weißt, die Regierung hat ihre Leute auf dich angesetzt, sie sind hinter dir her und kontrollieren jeden Schritt, jede Äußerung von dir. In Äthiopien geht es vielen Journalisten so, die den Mut haben, ihre Meinung öffentlich zu sagen oder sie online zu stellen.

Wer möchte seinen Computer nicht gegen Bespitzelung und Überwachung sichern? Ganz besonders dann, wenn du weißt, die Regierung hat ihre Leute auf dich angesetzt, sie sind hinter dir her und kontrollieren jeden Schritt, jede Äußerung von dir. In Äthiopien geht es vielen Journalisten so, die den Mut haben, ihre Meinung öffentlich zu sagen oder sie online zu stellen.

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Hexenjagd in Kenia: Nun trifft es auch die Älteren

von Christina Peschke

„Heute gestehe ich, dass ich eine Hexe bin. Aber von nun an werde ich keine Hexerei mehr praktizieren.“ Mit verbundenen Augen vor einem Holzpfahl kniend wiederholen die beiden betagten Giriama die Worte des traditionellen Heilers. Es hängt von seinem Wohlwollen ab, ob der Eid akzeptiert und ihnen ihre Taten dadurch verziehen werden. Zuvor wurden ihnen bereits die Haare abgeschoren und sie wurden mit verbundenen Augen gefolgt von der Dorfgemeinschaft durch den Wald geführt. Vor der endgültigen Entscheidung durch den Heiler werden der Mann und die Frau vollständig wie ein Leichnam in weißen Stoff eingewickelt. Dieser Teil der Zeremonie dient vor allem der Abschreckung sowohl der vermeintlichen Hexen, als auch der restlichen Mitglieder der Gemeinschaft. Schließlich gibt der traditionelle Heiler seine Entscheidung bekannt: Den Angeklagten wird verziehen. Der Dokumentarfilm „Kiuye Uye-The Magic Come Back“ von Simone Grassi zeigt mit dieser Szene eindrucksvoll, welcher ständigen Bedrohung und Demütigung Giriama ab einem bestimmten Alter aufgrund von Hexereivorwürfen ausgesetzt sind.

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Tansania: Naturschutz versus Menschenrechte

Am 24. März feierte der Dokumentarfilm „The Hadza: The Last of the First“ in Washington D.C. auf dem 22. „Environmental Film Festival in the Nation’s Capital“ Premiere. In dem Film geht es um das indigene Volk der Hadzabe, das als eines der letzten traditionell lebenden Jäger- und Sammlervölker Afrikas im Norden Tansanias in der Eyasi-Region ansässig und in seiner Existenz bedroht ist.

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Großer Protestmarsch der Ogoni am Internationalen Tag der Menschenrechte

Am 10.12.2013, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, gingen in Riverstate, Nigeria, tausende Ogoni auf die Straßen, um friedlich für die Beseitigung der katastrophalen Umweltverschmutzungen im Nigerdelta zu demonstrieren. Die Kritik des Ogoni-Volks richtet sich vor allem gegen die nigerianische Regierung, der 2011 von der UN ein Bericht vorgelegt wurde, der nicht nur die eklatanten Umweltschäden aufdeckte und wissenschaftlich belegte, sondern auch Gegenmaßnahmen und Empfehlungen für das weitere Vorgehen aussprach.

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Libyen: Misrata und Tawergha, zwei Städte, unversöhnt

Der Wunsch der libyschen Flüchtlinge nach einer Rückkehr in die Heimat ist auch über 2 Jahren nach dem Sturz Gaddafis in Libyen ungebrochen. Die Tawergha, eine von mehreren während des Bürgerkrieges 2011 vertriebenen Minderheiten Libyens, leben seit dem Ende des Bürgerkrieges in Flüchtlingscamps und warten verzweifelt auf ihre Rückkehr nach Hause. Doch die Chancen sind angesichts der aktuellen Lage und vor allem aufgrund der rassistischen Anschuldigungen gegenüber den Tawergha noch immer gering.

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