Klimawandel: Mehrere Inselstaaten drohen im Meer zu versinken

Die Inselstaaten Tuvalu, Nauru, Kiribati, Vanuatu, Tokelau, Fidschi sowie die Salomonen und die Carteret-Inseln im Pazifik, die Malediven im Indischen Ozean und die Bahamas in der Karibik sind vom Untergang bedroht.

Tuvalu - Funafuti-Beach (mrlin, flickr)

Am 24.11.2009 stellte das Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam die aktuellesten Forschungsergebnisse von 26 weltweit führenden Wissenschaftlern in dem Bericht „Copenhagen Diagnosis“ vor. Die Klimaforscher kommen darin zu dem Ergebnis, dass der Klimawandel dramatische Ausmaße angenommen hat. Die globale Erderwärmung aufgrund der wachsenden Treibhausgas-Konzentrationen führt zur Abschmelzung der Gletscher und dem Meereis in der Arktis deutlich schneller als bisher angenommen. Durch das Schmelzwasser ist der Meeresspiegel in den letzten 15 Jahren schon um mehr als fünf Zentimeter gestiegen. Bis zum Jahr 2100 könnte der Meeresspiegel global um mehr als einen Meter bis maximal zwei Meter ansteigen. Viele kleinere Inselstaaten würden schon in wenigen Jahren überschwemmt sein.

Besonders betroffen ist der Inselstaat Tuvalu im Südpazifik zwischen Hawaii und Australien. Er besteht aus insgesamt neun Korallenatollen. Das Atoll Funafuti, auf dem die meisten der circa 12.000 Einwohner leben, hat eine Landfläche von rund 26 Quadratkilometern und liegt nur knapp über dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung ist gerade mal drei Meter hoch. Durch die Erosion versinken die Strände der Inseln nach und nach im Meer. Als weitere Folge des Klimawandels haben die Einwohner auf den Inseln immer häufiger mit Überschwemmungen zu kämpfen. Zusätzlich wird die Gewinnung von Trinkwasser und die Produktion von Lebensmitteln durch die Versalzung aufgrund des Meerwassers immer schwieriger. 3000 Einwohner von Tuvalu haben bereits die Inseln verlassen. Sie leben heute in Neuseeland, Australien oder auf den Fidschi-Inseln. Für die nachwachsende Generation versucht die Regierung schon jetzt den Status von Umweltflüchtlingen durchzusetzen. Die Perspektive, ihre Heimat verlassen zu müssen, ist für die meisten Bewohner der Palmeninseln sehr bedrückend. Sie lieben ihre kleine schöne Insel und wollen dort bleiben. Vor allem befürchten sie, dass sie ihre Wurzeln und ihre Traditionen verlieren. Der Umweltminister von Tuvalu reist seit Jahren von einer Klimakonferenz zur anderen, um die internationale Gemeinschaft zum Handeln aufzurufen. Wenn im Kampf gegen den Klimawandel nicht bald etwas geschieht, dann ist die populäre Internet-Domain „tv“ möglicherweise das einzige, was von dem pazifischen Inselstaat Tuvalu noch übrig bleibt.

Der Bericht „Copenhagen Diagnosis“ ist ein äußerst eindringlicher Appell an die UN-Klimakonferenz vom 7. bis 18. Dezember 2009 in Kopenhagen um noch Schlimmeres zu verhindern. „Im Jahr 2008 wurden rund 40 Prozent mehr Kohlendioxid aus fossilen Quellen freigesetzt als im Jahr 1990. Selbst wenn die Emissionen nicht weiter zunähmen, wäre schon innerhalb von 20 Jahren das Emissionsbudget aufgebraucht, das der Welt noch zur Verfügung steht, wenn die globale Erwärmung auf höchstens zwei Grad Celsius begrenzt werden soll. Um das Klimasystem zu stabilisieren, müssen die Emissionen von Kohlendioxid und anderen langlebigen Treibhausgasen noch in diesem Jahrhundert fast auf Null gesenkt werden.“

Weitere Informationen

Pressemitteilung vom 4. August 2009: Pazifik-Atolle gehen unter – vier Millionen Ureinwohner bedroht von Ulrich Delius, Referent für Asien und Afrika der GfbV

Dossier: Klimaflüchtlinge und Menschenrechte von unserem ehemaligen Praktikant Benjamin Werner

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