„Das Virus steckt uns an, aber die Ungleichheit tötet uns.“ – Slogan der 1. Mai – Kundgebung in Santiago de Chile

Autorin: Yvonne Bangert, Referentin für Indigene Völker

Bild: In der Bildmitte ist Alina Rodenkirchen bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Sprachenrechte. (Copyright Niels Keilhack GfbV)

Die Corona-Pandemie verschärft auch in Chile die sozialen und ethnischen Gegensätze. Allen voran haben die etwa eine Million Mapuche ganz besonders unter der Corona-Krise zu leiden. Alina Namunkura Rodenkirchen, ehrenamtliche Mapuche-Fachfrau der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und selbst Mapuche, lebt in Temuco, dem politischen Zentrum der Mapuche. Sie schickte uns Ende April diesen Stimmungsbericht, der leicht gekürzt wurde.

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Coronavirus verbreitet sich rasant in Marokkos Gefängnissen

Autor: Simon Dippold, Praktikant

Bild: Roel Wijnants via Flickr

Mit mehr als 6.000 Infizierten und knapp 200 Toten ist Marokko eines der afrikanischen Länder, die am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen wurde. Insbesondere in den marokkanischen Gefängnissen, die chronisch überfüllt sind und in denen zahlreiche politische Gefangene schmoren hat sich das Virus bis jetzt rasant verbreitet. Dort sitzen auch zahlreiche Anführer und Teilnehmer des Hiraks, einer Protestbewegung, die sich 2016 gegründet hatte.

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Überlebenskampf der Indigenen in Brasilien

Autorin: Juliana Miyazaki, Referentin für Indigene Völker

Die Situation der Indigenen in Brasilien ist prekär: Sie sind nicht nur durch die Pandemie stärker gefährdet als andere Bevölkerungsgruppen, stattdessen sind sie auch durch die indigenenfeindliche Regierung unter Jair Bolsanaro unter schwerem Beschuss. Holzfäller, Goldgräber und Rinderzüchter fühlen sich durch die Regierung ermutigt, weiter in indigene Gebiete vorzudringen. Neben der Zerstörung des indigenen Lebensraums bringen diese Eindringlinge auch das Covid-19 Virus zu den Indigenen, die sich in Selbstisolation zurückgezogen haben. Es ist daher unerlässlich, die Eindringlinge durch eine wirksame Politik aus den indigenen Gebieten zu entfernen und weitere Invasionen zu verhindern. Durch die Pandemie wird der institutionelle Rassismus gegenüber den Indigenen erneut deutlich. Der Zugang zu einer Gesundheitsversorgung wird erschwert, es herrscht Mangel an allem, die für die Indigenen zur Verfügung gestellten öffentlichen Mittel werden durch die Behörden nicht zur Verfügung gestellt.

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Belohnung für Kriegsverbrecher in Afghanistan

Northern Alliance troops under General Dostum’s command in Mazar-e Sharif take a break on a wall in the median of the town’s busiest street. Image: http://www.defenseimagery.mil/imagery.html#guid=eb4cc318bb6063f82960219bc71d7eff4fe0c486

Autor: Ulrich Delius, GfbV-Direktor

Mit viel Druck aus dem Ausland haben die USA am letzten Wochenende eine Lösung im Machtkampf in Afghanistan zwischen dem amtierenden Staatspräsidenten Aschraf Ghani und seinem Rivalen Abdullah Abdullah erzwungen. Die nun erzielte Machtteilung soll den innenpolitischen Streit beilegen. Seit den Wahlen vor acht Monaten rangen die Kontrahenten um die Macht und beanspruchten beide das Präsidentenamt. Eine absurde Situation, die den geplanten Abzug der US-Streitkräfte aus dem Land gefährdete.

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Bloggen für die Freiheit

Der Fall des mauretanischen Menschenrechtsaktivisten Mohamed Cheikh Ould Mkheitir

Foto: GfbV-Archiv

Autor: Hanno Schedler, GfbV-Referent

Er musste einen religionskritischen Blogbeitrag beinahe mit dem Leben bezahlen: Der mauretanische Blogger Mohamed Cheikh Ould Mkheitir hatte die soziale Ausgrenzung der Kaste der Schmiede und den Missbrauch der Religion bei der Diskriminierung von ethnischen und sozialen Minderheiten kritisiert.

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Wo „Big Brother“ Alles über Dich weiß

Autor: Ulrich Delius, GfbV-Direktor

Dass in China regierungskritische Personen und ihre Kontakte systematisch erfasst und überwacht werden, ist nicht neu. So berichtete die nach jahrelangem Hausarrest nach Deutschland abgeschobene chinesische Künstlerin Liu Xia über Videokameras vor ihrer Wohnung, die jeden Besuch festhielten. Chinas Staatssicherheit wollte ganz genau wissen, wer Kontakt mit der Ehefrau des in der Haft verstorbenen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo aufnimmt.

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Hoffnung für Verfolgte der Gülen-Bewegung (Türkei)

Autor*in: Jasna Causevic und Lois Richmann, GfbV-Referentin & Praktikantin für Genozidprävention & Schutzverantwortung

Etappenerfolg bei dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR)

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Indigene Menschenrechtsverteidigerinnen trotzen Bedrohungen

Autorin: Linda Fiene, GfbV-Referentin in Berlin

Sich für Menschenrechte einzusetzen – das reicht in vielen Regionen der Welt schon aus, um in Gefahr zu geraten. Während sich engagierte Frauen zusätzlich geschlechtsspezifischen Bedrohungen gegenübersehen, sind indigene Frauen besonders gefährdet. Dennoch gibt es viele indigene Aktivistinnen, die allen Widrigkeiten trotzen und sich aktiv und laut für ihre Rechte einsetzen.

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China: Kritik und Nachfragen unerwünscht!

Autor: Ulrich Delius, GfbV-Direktor

„Fake News“ haben in Zeiten von Corona Hochkonjunktur: auch Staaten mischen eifrig dabei mit. Grund genug, wachsam zu sein. Die Europäische Union (EU) wollte es genau wissen und gab einen Bericht in Auftrag, der Missstände und Verantwortliche benennen sollte. Eigentlich sollte die Studie am Dienstag letzter Woche veröffentlicht werden. Doch daraus wurde nichts, denn die EU-Botschaft in Peking erhielt einen wütenden Anruf aus der chinesischen Staatsführung. Chinas Führung sei sehr verärgert, meinte der Anrufer nach Informationen der Nachrichtenagentur reuters und drohte bei Veröffentlichung mit ernsten Folgen für die Beziehungen zwischen der EU und China. 

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Native Americans sind von Covid-19 besonders stark betroffen, aber Amerika lässt sie im Stich

Autorin: Yvonne Bangert, GfbV-Referentin für indigene Völker

Native Americans sind prozentual wesentlich stärker von dem Covid-19-Virus betroffen, als die anderen Bevölkerungsgruppen in den USA. Mit Stand 23. April 2020 wurden vom staatlichen indianischen Gesundheitssystem (Indian Health System) offiziell 1.956 Infektionen mit Covid-19 verzeichnet. 72 Native Americans waren dem Virus erlegen. Bei insgesamt nur etwa einer Million Gesamtbevölkerung in den Reservaten sind das hohe Zahlen. Und die Tendenz ist steigend.[i]

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